Urlaub

Das braucht seine Zeit,
bis dass der Tag den Rhythmus lernt,
den neuen Takt der Muße.

Das braucht seine Zeit,
bis Alltagssorgen Ruhe geben,
die Seele frei beginnt zu schweben.

Das braucht seine Zeit,
bis dass der freie Blick dich lenkt,
der Tag dir Gleichmaß schenkt.

Jetzt ist die Zeit,
schmecke die Luft, spüre den Wind,
fühle dich wie ein seliges Kind.

Der Wolf von Wölfersheim

Der Wolf von Wölfersheim

….Montag, 12.3.2009,
in der Wetterau wurde ein Wolf gesichtet.
….Dienstag, 15.5.2012
neue Studien belegen, der Wolf ist zurück.
….Mittwoch, 25.9,2014
erneute Wolfssichtung nähe Wölfersheim.
….Freitag, 28.5.2015
ist der böse Wolf wieder unterwegs, wie zu Brüder Grimms Zeiten.
….Sonntag,12.7.2015
im Wald von Wölfersheim wurde ein Körbchen mit einer zerbrochenen
Flasche Rotwein und ein rotes Käppchen gefunden.

Die Liebe geht durch den Garten

Die Liebe geht durch den Garten

Mein Schatz, meine Rose,
du liebst mich nicht mehr.
Ich spüre ganz deutlich,
da ist noch wer.

Ihr Blick fängt mich liebevoll ein,
„All meine Gedanken, Liebster,
sind bei dir allein.“

Und im Glanz ihrer Pupillen
 da kann ich’s sehn,

sie sieht hinten im Garten

Bobby James steh’n.

Alfred Carrie dort, neben Amadeus steht
und Leonardo da Vinci, im selben Beet.

Und nicht die letzte im Bunde,
Ghislaine de Feligonde

All die Rambler und Raubritter
haben ihr Herz betört.

Jeden Tag ein Rendezvous.
Jeden Tag ein Date.

Sie nimmt ihre Rosenschere,
…und geht.

Vierblättriges Kleeblatt

Vierblättriges Kleeblatt

Man findet ein vierblättriges Kleeblatt nur, wenn man danach sucht.

Und wenn man es gefunden hat, muss man es behüten.

Es zwischen den schönsten Buchseiten des Lebens aufbewahren.

Auch wenn es unansehnlich, alt und welk geworden ist,

so bleibt es doch, ein vierblättriges Kleeblatt.

Anna Lena

Anna Lena

Im Kopf stapeln sich die Termine,
immer in Eile.
Zeit für Hektik,
keine für Weile.
Zeit für Dich,
keine für mich.
Zeit für Tun,
keine zum Ruh’n.

Bin spät dran
Treppe runter,
Tür schlägt auf,
hab’s noch weit,
schneller, lauf,
weiter, weiter,
keine Zeit.

Renn die Strecke
durch den Park,
biege um die Ecke.

Dann der Sturz mit Überschlag,
Schmerz mit Wut gepaart.

Rappel mich auf
sortiere die Glieder,
finde mich
vor einer Parkbank wieder.

Auf der Bank da sitzt er.
Beine lang gereckt,
die mich wohl hingestreckt.

Das Gesicht zur Sonne gewandt,
zufrieden, genüsslich, völlig entspannt.
Blickt auf mich lächelnd herab,
hab ihn nicht gekannt.

Da stellt er sich vor:
„Gestatten,
werde Müßiggang genannt.“