Hummelflug

Eine Biene fliegt mettrunken, nektarbeladen und mit Blütenstaub auf den schweren Augenlidern mit schwankendem Flug aus dem Rapsfeld.

Eine schwer pollenbeladene, verträumte Hummel kreuzte ihre Flugbahn.

Die Biene prallte in die Hummel. Durch die Erschütterung verlor sie ihr Gleichgewicht, stürzt ab und landete hart auf dem Ackerboden.

Die Hummel flog mit leicht stotterndem Flug, unbeirrt der Kollision, wie ein schwer beladener Tanker auf ihrer Flugbahn weiter.

Da lag die angeschlagene Biene, desorientiert, erschöpft und ratlos.

Ein Flügel leicht abgeknickt und die Pollenladung verrutscht.

Vorsichtig ging sie alle Glieder durch da hörte sie eine brummende Stimme:

„Na meine Kleine hast du schon einen Schadensüberblick?“

Die Hummel war zurückgekommen.

Als sie den Aufprall verspürte, dachte sie sich schon, dass sie mit ihrer Masse ein Flugobjekt aus seiner Bahn katapultiert hat.

„Ich glaube, es geht wieder“, antwortete die Biene.

„Ich brauche nur etwas Starthilfe.“

Die Hummel rutschte unter die Biene und wuchtete sie auf die Beine.

„Bei drei starten wir gemeinsam“, brummte sie.

Eins, zwei, drei – und ein seltsames Gespann erhob sich langsam, mehr brummend wie summend, vom Boden und torkelte in den blauen Himmel.

Später schrieb ein weltbekannter Entomologe in der Jahreszeitschrift, er habe eine Hummel beobachtet die eine flügellahme Biene auf dem Rücken trug.

Der Klimawandel hat Einfluss auf das Sozialverhalten der Insekten, und vielleicht bringe die Evolution neue Arten hervor – z.B. eine Humm-Bie.

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