Gedankenblitz

Fahr so vor mich hin,
denke Gedanken ohne Sinn.

Träge fließt der Verkehr,
die Gedanken tun sich schwer.

Trete auf’s Pedal, werde immer schneller,
die Gedanken werden heller.

Kurvenfahrt drückt mich in den Sitz,
zu spät warnt der Gedanke
„Blitz“
Hab mich sofort wiedererkannt
auf dem Foto vom Amt.

Neujahr

Neujahr

Feiertage, Kerzenschein,
Ruhe kehrt ein.

Lehn dich zurück,
lasse ihn zu,
den Jahresrückblick.

Glücklich;
war ich’s so richtig?
Erfolge;
sind sie mir noch wichtig?
Hab ich’s gesagt,
wie lieb ich dich hab?
Und hab ich nach Anderen geschaut?
Hab ich deinen Worten vertraut?
Hatte ich mit der Gesundheit Glück?

Dankbar und Zufrieden
lehne ich mich zurück,
wünsche dir vom
glücklichen Leben
ein großes Stück.

Gipfelbuch

Gipfelbuch

Am höchsten Ort der Welt
direkt unter dem Himmelszelt
für jeden Bergsteigerbesuch
liegt das Gipfelbuch.

Berichtet mit zittrigem Wort
Von Glückseligkeit an diesem Ort
Vom Wagemut in steiler Wand
Von Vertrauen zur sichernden Hand
von Seilschaften im Abendlicht
Von den Ängsten erzählt es nicht.

Urlaub

Das braucht seine Zeit,
bis dass der Tag den Rhythmus lernt,
den neuen Takt der Muße.

Das braucht seine Zeit,
bis Alltagssorgen Ruhe geben,
die Seele frei beginnt zu schweben.

Das braucht seine Zeit,
bis dass der freie Blick dich lenkt,
der Tag dir Gleichmaß schenkt.

Jetzt ist die Zeit,
schmecke die Luft, spüre den Wind,
fühle dich wie ein seliges Kind.

Die Liebe geht durch den Garten

Die Liebe geht durch den Garten

Mein Schatz, meine Rose,
du liebst mich nicht mehr.
Ich spüre ganz deutlich,
da ist noch wer.

Ihr Blick fängt mich liebevoll ein,
„All meine Gedanken, Liebster,
sind bei dir allein.“

Und im Glanz ihrer Pupillen
 da kann ich’s sehn,

sie sieht hinten im Garten

Bobby James steh’n.

Alfred Carrie dort, neben Amadeus steht
und Leonardo da Vinci, im selben Beet.

Und nicht die letzte im Bunde,
Ghislaine de Feligonde

All die Rambler und Raubritter
haben ihr Herz betört.

Jeden Tag ein Rendezvous.
Jeden Tag ein Date.

Sie nimmt ihre Rosenschere,
…und geht.

Vier – Gänge – Menü

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Das vier Gänge Menü

Was koch ich heut?
Halb drei, ihr Leut,
ist ja noch Zeit.

Ein köstliches Essen soll’s schon sein,
mit Gängen und so und gutem Wein.

Was koch ich heut?
Ach, hab ja noch Zeit.

Als erstes eine Lauch Consomé,
von der roten Bete eine Cremé Brüleé,
Garnelen auf getrüffeltem Schwarzwurzelpürree,
auf Madeirajus das Rinderfilet,
und zum guten Schluss,
ein Kressesoufleé mit Schuss.

Schon vier vorbei, ihr Leut,
muss ja noch kochen heut!
Ach, hab ja noch Zeit.

Lese grad nen Krimi aus der Region,
vom Faber, kennen Sie den schon?
Bröhmann heißt der Schimanski aus Hesse,
da fällt mir grad ein, hab ich noch Kresse?

Gleich halb fünf, ihr Leut,
muss ja noch kochen heut!
Ach, hab ja noch Zeit.

Jetzt schnell noch zum Nachbar,
erzählen was ich koch,
was wollt ich eben noch?
Ach ja, da fällt’s mir wieder ein,
aus dem Keller, die Flasche Wein,

Fünf, halb sechs, ihr Leut,
muss ja noch kochen, heut.
Ach, hab ja noch Zeit.

Im Fernseher läuft ’ne Sendung,
vom kochen ohne Verschwendung.
Der Lafer mit dem Mälzer diskutiert:
Aha, die Mandarine wird auch filetiert.

Da fällt’s mir wieder ein,
kochen muss heut noch sein,
mein Schatz kommt bald von der Arbeit heim.

Ein Blick auf die Uhr,
schon sechs, ihr Leut,
wo ist sie nur hin, die Zeit,
Was, schon so spät?
Wie doch die Zeit vergeht.
Menü hin, Menü her,
das schaff ich jetzt nicht mehr.
Nun auf die schnelle,
aus der Pfanne gibt’s Frikadelle.

Da klingelt’s an der Tür,
„Mein Schatz, ich bin schon früher hier!
Kochen kannst du heut‘ vergessen,
ich lad‘ dich ein, wir gehen Essen“

Wieder heile Welt,
haben uns ein Menü
mit vier Gängen bestellt,
halb acht, ihr Leut,
wünsche Euch eine schöne Zeit.