Horizont

Horizont

Erdrückende Stadt
Häuserschluchten in breiter Front.
Man sucht vergeblich einen Horizont.

Und im Wald
Baum an Baum
erblickt man Horizonte kaum.

Erst im Gebirge man eine Ahnung bekommt
über Möglichkeiten eines Horizont.

Doch hier am Meer findet man in Verschwendung
Horizonte in Vollendung.
Ins unendliche fliegt der Blick
nimmt die Gedanken mit,
hinter den Horizont,
kommen als Träume zurück
und die Seele baumelt im Glück.

Weil du einzigartig bist

Weil du einzigartig bist

Der Urknall nur für dich,
ohne Urknall gäb’s dich nicht.

Sterne barsten zu Staub im All,
du bist aus demselben Material.

Und wäre nicht das Sonnenlicht,
dann wärst du nicht.

Und Newton mit der Gravitation,
wo wären Mond und Erde schon?

Auf dem Weg zu deinem Leben
musste es auch Katastrophen geben.
Ein Meteor die Säuger unterstützte
und die Saurier von der Erde stürzte.

Dann kam dein Ahn aus Afrika,
das war der Homo Sapia.
Nach Norden auf den Weg gemacht,
alle Völker daraus erwacht.

Nach langer, langer Zeit
war’s dann soweit.
Dein Vater fand deiner Mutter Glück
und du bist Ihr bestes Stück.

Dass alles nur geschehen ist
weil du einzigartig bist.

Geburtstagskind

Geburtstagskind

Du hast Geburtstag, wurde mir gesagt,
da hab ich mich aufgemacht
es war fast noch Nacht
zur guten Fee, im Zauberwald, dort
bei den Uhuklippen
die Erfüllung Dreier Wünsche zu erbitten.
Drei Wünsche hat Sie für Dich gewährt,
aber mit Auflagen, hat Sie mir erklärt.

1. Gesundheit

Du sollst jeden Tag
1000 Schritte laufen
kein Alkohol, aber literweise Wasser saufen
zum klettern nur gute Seile kaufen.

2. Glück

Du sollst dir jeden Tag
Anerkennung und Zuneigung geben
im Einklang mit dir selber leben
und nicht an negativen Menschen kleben.

3. Erfolg

Du sollst jeden Tag
klauben etwas erreichen zu können
immer deine Ziele benennen
nicht dummen Menschen hinterherrennen.

Mit schelmischem Blick hat mich die Fee entlassen,
mit drei Wünschen im Sack, ich kann’s kaum fassen.

Mord

Dunkel,
im ganzen Haus, dunkel,
nur in der Küche brennt das Licht.

Die Küche,
das ist ihr Revier.
Am liebsten ist sie hier.

Er, im Flur im Dunkeln steht,
durch die Tür zur Küche späht,
das junge Leben fest im Blick.
Sie spürt es nicht! Blickt nicht zurück.

Munter summt sie vor sich hin.

Er hat das Böse nur im Sinn.

Geräuschlos wird die Tür bewegt
langsam sich die Hand erhebt
kraftvoll er die Waffe führt
Sie zu spät den Luftzug spürt.

Klatsch, Patsch, Wumm.
Vorbei!
Die Nacht bleibt stumm.

Er isst in Ruh sein Abendbrot.
Die Fliege ist Tot.

Kraut

Kraut

Steh hier am Wegesrand
keiner nach mir schaut
bin einfach nur Kraut.

Werd ich im Vorgarten erblickt
jeder Gärtner starr erschrickt
augenblicklich ganz beflissen
panikartig ausgerissen
zum Unkraut ernannt
auf Ewig verbannt.

Endlich, endlich,
ein liebevolles Gesicht mich schaut
das hab ich so vermisst
doch man sieht wiederum nur das Kraut
und die Kuh mich frisst.

Gedankenblitz

Fahr so vor mich hin,
denke Gedanken ohne Sinn.

Träge fließt der Verkehr,
die Gedanken tun sich schwer.

Trete auf’s Pedal, werde immer schneller,
die Gedanken werden heller.

Kurvenfahrt drückt mich in den Sitz,
zu spät warnt der Gedanke
„Blitz“
Hab mich sofort wiedererkannt
auf dem Foto vom Amt.

Neujahr

Neujahr

Feiertage, Kerzenschein,
Ruhe kehrt ein.

Lehn dich zurück,
lasse ihn zu,
den Jahresrückblick.

Glücklich;
war ich’s so richtig?
Erfolge;
sind sie mir noch wichtig?
Hab ich’s gesagt,
wie lieb ich dich hab?
Und hab ich nach Anderen geschaut?
Hab ich deinen Worten vertraut?
Hatte ich mit der Gesundheit Glück?

Dankbar und Zufrieden
lehne ich mich zurück,
wünsche dir vom
glücklichen Leben
ein großes Stück.